Die 90er: Traum von einem Fußball - Abenteuer
cool

(Bericht: Jörg Oppen - Fotos Fotos: Jörg Oppen & Begleiter - Bilder zum Vergrößern anklicken)


So wird der Gothia Cup offiziell beschrieben und trifft es auch auf den Punkt!

Unsere Fußballausfahrt vom 17. - 23. Juli 05 nach Göteborg zum Gothia Cup ist wohl das größte, was ein Jugendfußballer, wenn er nicht in der Nationalmannschaft spielt, erleben kann.

Knapp 40.000 Teilnehmer/innen, 1490 Mannschaften aus über 35 Ländern dieser Welt, eine perfekte Organisation, eine multikulturelle Mischung, Jungen- und Mädchenmannschaften, knapp 40 Rasenplätze auf denen gespielt wurde und unheimlich viel Spaß!

Unsere Tour begann am 17. Juli, morgens um 6:00 Uhr auf dem Parkplatz am Moorweg. Die 3 Kleinbusse wurden schon am Vortag beladen, so dass wir nach Verteilung der Schwedenhüte, einigen Fotos und dem Abschied nehmen, pünktlich um 6:30 Uhr losfahren konnten.

Jubilum Unsere Route verlief über Puttgarden, Helsingör nach Göteborg, wo wir um 15:30 Uhr an der Munkebäck Schule ankamen. Wir bezogen unser Klassenzimmer und fuhren als erstes in die Stadt, um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Straßenbahn war nur 2 Minuten von uns entfernt und sie brachte uns in ca. 10 Minuten in die City. Hier waren alle wichtigen Anlaufpunkte zu finden, wie das Heden Center (2 Sportplätze mit Tribünen, Leaders Cafe, Central Information, Human Soccer, Mc Stage, Einkaufsmöglichkeiten, Internetsurfen, Spielhalle und vieles mehr), Players Corner (16 Bowlingbahnen, Essen, Spiele, Musik, Sportvideos, etc.), das Scandinavium (hier fand die Leaders Party mit ca. 3000 Teilnehmern statt, außerdem findet sich hier die Disco wieder, die Platz für ca. 4000 Leute hat), das Ullevi Stadion und der Liseberg Vergnügungspark.

Nachdem wir abends wieder in unserer Schule ankamen, waren auch schon fast alle anderen Mannschaften da: 5 Mädchenmannschaften aus Schweden und Norwegen, alle zwischen 14 und 15 Jahren, Jungenmannschaften aus Brasilien, Schweden, Dänemark und Deutschland. Ich muss hier eigentlich nicht erwähnen, dass sich niemand für die Jungs interessierte, oder?

Jubilum Nach einer kurzen ersten Nacht, gab es am Montag morgen um 8:00 Uhr Frühstück. Anschließend besprachen wir unser neues Spielsystem (4:2:3:1) und absolvierten bei strahlendem Sonnenschein und ca. 30 Grad ein Vormittagstraining. Dann um 14:00 Uhr unser erstes "Länderspiel" gegen eine schwedische Mannschaft namens Mossens. Wir tauschten unsere Wimpel aus, es gab ein hand shake und nach 2 x 25 Minuten verließen wir mit einer 0:3 Niederlage den Platz. Lag es an dem Vormittagstraining, dem neuen Spielsystem oder dem Rotieren der Positionen? Letztendlich egal, denn wir haben uns gut verkauft und Mossens war stark.

Am Abend dann unser 2 Highlight des Tages: die Eröffnungsfeier im Ullevi Stadium. Allein diese Feier zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Es war einfach sensationell. Hier ein paar Stichpunkte:

JubilumToller Moderator, super Gesangseinlagen, ein Showprogramm vom allerfeinsten, das Auflaufen der einzelnen Nationen (die Schotten im Schottenrock, die Amis mit Cowboyhut, Südafrikaner mit farbenprächtigem Kopfschmuck, Araber mit Turban, usw., usw.), zwischendurch Gesangseinlagen der einzelnen Nationen auf den Tribünen, wobei unsere Jungs den deutschen Block voll unter Kontrolle hatten. Besonders bewegend fand ich die Ansprache von 10 Jugendlichen in 10 verschiedenen Sprachen über Freundschaft, Respekt, Fairness, Toleranz und friedliches Miteinander. Danach folgte immer minutenlanger Applaus von 45.000 Zuschauern. Zum Abschluss gab es noch ein prächtiges, ca. 10 minütiges Feuerwerk.

Aber das war an diesem Tag noch nicht alles. Der Nachhauseweg war geprägt durch Lieder, die wir allein, mit anderen gemeinsam oder nacheinander sangen. Mit Brasilianer lagen sich die Jungs in den Armen, Schwedinnen wurden beklatscht und besungen und viele gemeinsame Fotos gemacht.

Schon an diesem 2ten Tag wurde uns bewusst, was diese Ausfahrt, dieser Gothia Cup für die Mannschaft bedeuten würde: Ein enger Zusammenhalt, positive Stimmung und das Team wächst noch enger zusammen!

JubilumDer Dienstag fing mit Regen an, der aber zwischendurch immer wieder aufhörte. Den Vormittag gab ich den Jungs frei und wir fuhren zum Heden Center.

Am Nachmittag hatten wir unser Spiel gegen die Brasilianer, Alto dos Pinheiros. Ein tolles Spiel unserer Mannschaft, mit vielen Torchancen, einer läuferisch und kämpferisch guten Leistung. Leider verloren wir das Spiel unverdient mit 0:1 durch einen sehenswerten 20 Meter Freistoss.

Aber sofort nach dem Spiel war die Niederlage vergessen und wir schlossen mit den Brasilianer, die auch in unserer Schule untergekommen waren, Freundschaft. Es wurde gesungen und getanzt.

JubilumAm Abend sind die Jungs mit Ela und Frank zum Players Corner gefahren, um dort zu Bowlen und Spaß zu haben. Beate, Teddy und ich nahmen an der Leaders Party teil, die ich jedem Trainer und Betreuer, der zum Gothia Cup fährt, nur empfehlen kann. Ca. 3000 Teilnehmer, tolles Essen, ein gutes Rahmenprogramm und super Musik. Es dauerte nicht lange und es wurde bis 1 Uhr nachts auf den Tischen getanzt.....

Am Mittwoch war das Wetter wieder sonnig und warm.
Vormittags, unmittelbar vor dem Spiel gegen Nosaby IF (Schweden), absolvierten wir ein Training. Als das Spiel begann erkannte ich mein Team nicht wieder: 0:4 in der ersten Halbzeit und eine desolate Leistung. Hier gab es das erste und einzige Mal eine deutliche Halbzeitbesprechung und ich wechselte bis auf wenige Ausnahmen alle aus. Half scheinbar, denn nun drückten wir 25 Minuten nur auf das Tor von Nosaby. Das Tor war aber wie zugenagelt, nicht einmal einen Elfer konnten wir verwandeln (der Schütze, Pseudonym M$$$ the Killa ;-) bleibt unser Geheimnis). Aber anschließend wurde wieder gesungen und getanzt. Die Moral war ungebrochen.

Brasilien
gegen Brasilien
Am Nachmittag wollten alle wieder ins Heden Center und anschließend die Brasilianer anfeuern. Wir sangen und tanzten. Nach dem Schlusspfiff gab es die legendäre St. Pauli Raupe, der sich die Jungs vom Zuckerhut sofort anschlossen. Was für ein Spaß!

Donnerstag.
Ausschlafen bis zum 8:30 Uhr. Es war bedeckt.
JubilumVor unserem KO Spiel in den B-Finals war noch ein Training angesetzt, um wieder einmal Laufwege in unserem neuen System einzustudieren. Leider fielen Tim und Jan verletzungsbedingt aus. Aber wir hatten ja genügend Spieler dabei. Vor dem Spiel gegen Knivsta IK (wieder mal Schweden) wurde der schon obligatorische Beschwörungskreis gebildet. Was nun folgte, war eine Demonstration von Wille, Einsatz- und Laufbereitschaft, geprägt auch von spielerischen Akzenten. Nach 15 Minuten ein schön herausgespieltes Tor von Marvin. Wir ließen Ball und Gegner laufen, machten aber die hochkarätigen Chancen nicht rein. Kurz vor der Halbzeit ergab dann ein Freistoss das 1:1.

JubilumNach dem Wechsel bekam dann unser Torwart Patrick die rote Karte, wegen Handspiels außerhalb des Strafraums. Nun ging Fabian ins Tor (tolle Leistung) und wir hatten nur noch 9 Feldspieler. Aber auch hier bewiesen wir Moral und konnten durch eine schöne Finte (kreuzen der Laufwege von Felix O. und Fabio) erneut in Führung gehen: Torschütze Felix O. Wiederum durch einen Freistoss und abgefälschten Ball kassierten wir fast im Anschluss den Ausgleich. Der SCE zeigte weiter Kampf und Moral. Kurz vor Schluss ist Felix O. durch, braucht nur noch einschieben....aber es kam wie ein Blitz "M$$$ the Killa" schnappte sich den Ball und wollte sein erstes Tor erzielen....Abseits! Das durfte doch nicht wahr sein.

Jubilum Also, Elfmeterschießen. Hier bleibt nur erwähnt, dass unser Torphantom Fabio traf und Fabian einen Elfer hielt. Wir verloren 3:5.

Am Abend gingen einige noch ins Stadion, um sich Häkken gegen Malmö FF anzuschauen, die anderen amüsierten sich mit den Mädels in der Schule.

Freitag
Wiederum ausschlafen bis 8:30 Uhr. Wetter: trocken und warm.
Alle wollten noch einmal einen Stadtbummel machen und ins Heden Center gehen, um Einkäufe zu erledigen und die restlichen Kronen auszugeben.

JubilumNachmittags fingen wir langsam an aufzuräumen, ein paar Sachen zu packen. Abends sollte es dann in die Disco gehen. Als wir vor der Schlange standen und ca. 1,5 Stunden hätten warten müssen, entschlossen wir uns, zur Bowling Bahn zu fahren. Dort hatten wir dann noch einen netten Abschluss.

Es kam wie es kommen musste, an viel Schlaf war für die meisten nicht zu denken, unsere 2 Partymacher machten durch.

Samstag, 7. Uhr Wecken und um 9:00 Uhr Abfahrt. Gegen 18:30 Uhr sind wir dann wohlbehalten am Moorweg wieder angekommen.

Fazit:
Es waren sich alle einig: Eine saugeile Ausfahrt, die auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederholt werden muss!

Jörg Oppen

Unser Team beim Gothia Cup 2005
B3 in Schweden

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