Erklärungsversuch, wie es zum sonntäglichen "Arschvoll" in Pinneberg kam
VfL Pinneberg II gegen SC Egenbüttel   5 : 0  (2 : 0)


Bereits ab letztem Samstag setzten wir uns intensiv mit der schweren, kommenden Aufgabe: "VfL Pinneberg 2", auseinander. So versuchten wir soviele Egenbüttler wie möglich zu aktivieren, um das Auswärts- zu einem Heimspiel zu machen. Da wir wussten, dass die zweite Herren vom VfL (in der Regel) unter dem "Ausschluss der Öffentlichkeit" spielt..., wollten wir -mit unseren Leuten im Rücken-, diesen Sonntag zu einem Egenbüttler Festtag machen. Obwohl dieses ja nun gründlich in die Hose ging, möchten wir uns bei ungefähr 100 Egenbüttlern bedanken, die uns bei "Schmuddelwetter" nach Pinneberg begleitet haben. Das war grosse Klasse ! Vielen Dank ! In der Woche vor diesem Spiel trainierten wir Dienstag und Donnerstag mit 20 Mann und alle zogen sehr gut mit. Selbst zur kurzfristig angesetzten Trainingseinheit am Samstag kamen 19 !!! Spieler, die zum Teil ihre Mittagspause nutzten, um von 12.00 h bis 13.00 h auf dem "Acker" stehen zu können. Diese Einheit hatte ich eingeschoben, da wir gegen Pinneberg mit einer veränderten Taktik spielen wollten. In der Woche sprach ich mit drei verschiedenen Trainerkollegen (die alle gegen Pinneberg sehr gute Ergebnisse erzielt hatten) und der einheitliche Tenor war: "tief stehen, nach Balleroberung immer wieder Nadelstiche setzen und die Pässe in die Tiefe verhindern bzw. gar keine Räume in der Defensive preiszugeben. Da wir im Hinspiel mit einer Hurra-Taktik ins offene Messer gelaufen sind, erschienen mir diese Vorschläge absolut nachvollziehbar. So wollten wir mit einem gestaffelten Fünfermittelfeld (in Form eines "V"), Dreiecke bilden und mit zwei Stürmern auf den Aussenpositionen -nach Ballgewinn- sofort mit 4-5 Spielern auf Angriff gehen. Leider entwickelte sich die Woche immer mehr ins "Negative". So sagte uns -der zuletzt überragende- Tim Sonnenschein wegen "Grippe" ab, José Travé konnte nur mit "ach und krach" auflaufen ( Foto rechts - ihn plagte eine Innenbanddehnung im Knie) und zusätzlich hatte er noch Rückenschmerzen. Umso bemerkenswerter, dass er sich (und dieses auch noch an seinem 30.ten Geburtstag) für uns zur Verfügung stellte. Auf diesem Wegen auch noch einmal ein grosses Dankeschön an José !

Zum Spielverlauf:
nach 10 Minuten wäre unsere Taktik fast aufgegangen. José schickte Kevin Fölsch mit einem herrlichen Pass auf die Reise, dieser steuerte auf den gegnerischen Torwart zu, schloss dann aber leider viel zu überhastet ab, so dass der Ball weit am Tor vorbeiging. Wenn er hier "cool" bleibt, gehen wir mit 1:0 in Führung, der Gegner muss kommen und wir können kontern. Im Gegenzug liessen wir uns bei einem gegnerischen Freistoss viel zu weit fallen (eigentlich sollen wir am 16er stehen), so dass der Gegner sich (ohne Gegenwehr), den Ball im Fünfmeterraum zuspielen konnte und das 1:0 machte. Warum weder der Torwart, noch die Innenverteidiger nach vorne geschoben haben, bleibt mir ein Rätsel. Optisch spielten wir danach weiter relativ gut mit, es wurde gekämpft und keinem war der Willen gegenhalten zu wollen, abzusprechen. Zu wirklich klaren Torchancen kamen wir in der ersten Halbzeit dann allerdings nicht mehr. Im Offensivbereich hatten wir an diesem Tag einfach zu wenig gegenzusetzen. Martin Schwabe kam mit dem Boden überhaupt nicht zurecht, José Travé merkte man (trotz grossen Willens) die Verletzung an und Kevin Fölsch wirkte "saft- und kraftlos". Unser grösster offensiver Aktivposten war noch Paul Jürs, der aber oftmals zum Einzelkämpfer mutieren musste. Das 2:0 für die Heimelf dann (war ihr zweiter Schuss auf unser Tor) bezeichnend für diesen "gebrauchten" Tag: Ein gegnerischer Spieler setzte sich gegen zwei Egenbüttler (hier "muss" das taktische Foul kommen) durch und der dadurch durchlaufende Spieler konnte sich die Ecke aussuchen. Dann war Halbzeit. Wir stellten auf unser bewährtes 4:4:2 um und hofften auf ein schnelles Anschlusstor. Mit Yannick Weiler brachte ich einen unserer schnellsten Spieler auf rechts, doch auch diese Massnahme brachte nicht wirklich etwas. Die ersten 20 Minuten nach der HZ machten wir trotzdem Druck, kamen zu einigen Ecken bzw. Freistössen und zwei Riesenmöglichkeiten durch Hoss und Paul, deren Abschlüsse aber leider nicht den Weg ins Tor fanden. Mit dem ersten Ball auf unser Tor in den zweiten 45 Minuten stand es dann (wie sollte es heute anders sein) 3:0. Ein (leicht) abgefälschter Freistoss konnte von Paddy nur an den Innenpfosten gelenkt werden und fand von diesem den Weg ins Netz. Trotzdem versuchten wir weiter, zumindest zum Ehrentreffer zu kommen. Leider liess sich Hoss zu einer zwar berechtigten, aber unnötigen Kritik am Linienrichter hinreissen, so dass unser Angriff (Paul hatte den Ball) abgepfiffen wurde und es Freistoss für die Pinneberger gab. Dieser war selbstverständlich auch wieder im Tor (entweder war die Mauer falsch gestellt oder einer drehte sich weg, ich weiss es nicht). Das 0:5 dann noch durch einen Elfmeter (völlig unnötig hielt Felix Krenzien den Gegenspieler fest und es gab den berechtigten Strafstoss).

Fazit:
Wir hatten uns in den letzten Monaten dieses Spitzenspiel erarbeitet, haben alle Register gezogen und sind fürchterlich baden gegangen. Meine Taktik ging nicht auf, einige Spieler brachten nicht ihre Normalform und der Gegner war wirklich sehr gut. Bemerkenswert ist sicherlich noch die Tatsache, dass wir von den 9 !!! Gegentoren von Pinneberg, 8 durch Standards bekommen haben. Eigentlich unglaublich.

Aber trotzdem haben wir nur ein Spiel verloren und mit Eidelstedt wartet bereits der nächste echte Knaller auf uns. Diese Mannschaft gewinnt in letzter Zeit nur noch und wird sich (Gerüchten zu Folge) in der Winterpause noch einmal mit einigen HSV 3 Spielern verstärken. Damit wird auch diese Mannschaft noch ein gewichtiges Wort um die Vize-Meisterschaft mitsprechen. Mit Hansa 11, Niendorf 2, SSV Rantzau, SV HR 2, SV Eidelstedt und hoffentlich uns), gibt es bis zum Saisonende noch 5 Mannschaften, die um den 2.Platz spielen werden (Pinneberg kann sich auf dem Weg zur Meisterschaft nur noch selber schlagen). Es bleibt also äusserst spannend !

Bedanken möchte ich mich noch für den tollen Zuspruch nach Spielschluss von Claus Hinz und Frank Petersen (der auf einer Familienfeier weilte), die uns mit sehr aufmunternden und positiven Worten aufbauten, da sie wissen, wie weh (gerade auch mir und Theo) die gestrige Niederlage tat ! Dieses machten sie bereits nach dem sehr schlechten Saisonstart, was sehr bemerkenswert ist, denn nach Siegen feiern alle gerne mit und klopfen einem auf die Schulter. Erst in der Niederlage zeigt sich, wer wirklich hinter einem steht !

Text: Marc Zippel - Fotos: © claus hinz (Fotos zum Vergrößern anklicken)

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